KAFFEE IN COSTA RICA - EIN KURZER EINBLICK IN DIE GESCHICHTE
1714 ist das wahrscheinliche Ankunftsjahr von Kaffee in Amerika. In diesem Jahr wurden die ersten Pflanzen auf die Insel Martinique eingeführt.
1791 führte der Großhändler Agustin Gana eine Lieferung über zwei Pfund Kaffee von Panama nach Costa Rica ein. Für den damaligen Gouverneur Don Jose Vasquez.
Pater Feliz Velarde um 1816 wird der erste Kaffeeerzeuger sein. Er pflanzt Kaffee an und versucht die Bohnen kommerziell zu vertreiben und den Anbau in der Umgebung zu fördern.
Man geht davon aus, dass 1820 der erste Export von 45 kg Kaffee vom Hafen Puntarenas nach Panama geschickt wurde.
Zwischen 1830-40 unterstützten die zwei ersten Gouverneure Don Juan Mora Fernandez und Licenciado Braulio Carrillo den Kaffeeanbau. Sie sahen im Kaffee ein Produkt mit Potenzial, wirtschaftliches Wachstum zu erzeugen, daß der costaricanischen Gesellschaft von Nutzen sein könnte.
Die grösste Unterstützung beim Anbau von Kaffee war es, den Bauern kostenloses Land und kostenloses Saatgut zur Verfügung zu stellen. Diese Landverteilungspolitik wandelte die costaricanische Gesellschaft um. Kaffee wurde das Produkt Nummer eins, dass eine starke wirtschaftliche Entwicklung ermöglichte.
So fingen viele Costa Ricaner an, Kaffee anzubauen. Die kleineren Bauern verkauften ihre Ernten an zentralisierte Verarbeitungswerke. Auch bekannt als Beneficios. Die Eigentümer der Beneficios exportierten dann den Kaffee. Das ist ein Prozess, der bis heute noch üblich ist.
In 1832 fing dann die Kommerzialisierung des Kaffees an. Jorge Stiepel, ein Deutscher in Costa Rica, führte den ersten kommerziellen Kaffee-Export nach Chile durch. Dort wurde der Kaffee von europäischen Großhändlern gekauft, die ihn nach London unter dem Namen „chilenischer Kaffee von Valparaiso“ wieder ausführten.
Kapitän William Le Lacheur begann den direkten Kaffeehandel mit englischen Häfen. 1843 reiste er von Puntarenas nach London und transportierte 5.505 quintales Kaffee, daß entspricht ca. 250 Tonnen. Diese Ausfuhr war der Beginn des costaricanischen Kaffeehandels mit England.
Mit der Entwicklung des Kaffeeanbaus und dem Kaffeehandel begann auch die wirtschaftliche, soziale und kulturelle Blüte Costa Ricas. Die Zahlung der Bundesschuld, die Entwicklung des Postdienstes, die Universität von Santo Tomas, die ersten Bibliotheken, das National Theater, das San José Krankenhaus und der Ausbau des Strassennetzes waren Errungenschaften dieser Zeit.
In dem Jahrzehnt 1870 begann die costaricanische Regierung die Initiative für den Bau der Eisenbahn zum Atlantik. So sollte das Kaffee-Ausfuhr-Volumen vergrössert werden. US-Bau-Gesellschaften führten den Eisenbahnbau durch und als Gegenleistung bekamen sie Konzessionen der Länder zu beiden Seiten der Eisenbahn.




